Mitten in der Potsdamer Altstadt, hinter der prächtigen Fassade eines barocken Palais, liegt ein Ort, der wie kaum ein anderer für Gewalt und politische Verfolgung steht: Das Gefängnis in der Lindenstraße. NS-Justiz, sowjetischer Geheimdienst und die Stasi herrschten hier im Verborgenen. Entstanden nach dem Willen preußischer Regierungen diente das Gefängnis über 170 Jahre lang als Gerichts- und Gefängniskomplex. Im 20. Jahrhundert wurde es als Untersuchungsgefängnis genutzt: So wurde hier 1934 das Potsdamer NS-Erbgesundheitsgericht untergebrach und 3300 Zwangssterilisationen wurden hier verfügt. In den letzten Kriegsjahren diente das Gefängnis als Haftort für Angeklagte des Volksgerichtshofs, der in mindestens 55 Fällen zum Tode verurteilte.