Die Briten um Gavin Rossdale gehören den letzten wirklich bedeutsamen Vertretern jener Grunge-Nachbeben, die nie ganz verschwunden sind: rau, melodisch, melancholisch und mit Refrains, die auch nach drei Jahrzehnten noch zuverlässig Staub von alten Festivalgefühlen pusten. Gerade deshalb passen Bush so gut an den Ring. Zwischen modernen Core-Gewittern, Alternative-Helden und großen Rock-Namen liefern sie 2026 keine Nostalgie-Show aus der Vitrine, sondern den Beweis, dass gute Songs nicht rosten, sondern Patina ansetzen. „Machinehead“, „Glycerine“ oder „Comedown“ sind keine Retro-Postkarten, sondern traurig schöne Gitarrenmotoren und Bush eine Band, die zeigt, warum Grunge vielleicht historisch ist, aber längst nicht erledigt.