Sabaton sind die Band, die es schafft aus einem Metal-Konzert plötzlich ein historisches Großmanöver zu machen. Die Schweden haben Power Metal so konsequent auf Panzerketten, Chöre und Geschichtsstunden getrimmt, dass man sich manchmal fragt, ob man gerade auf einem Festival steht oder aus Versehen in eine sehr sehr laute Dokumentation geraten ist. Songs wie "Primo Victoria", "To Hell and Back", "Ghost Division" oder "The Last Stand" funktionieren dabei nicht nur wegen ihrer martialischen Themen, sondern weil Sabaton ein unverschämtes Talent für große Melodien haben. Jede Strophe marschiert, jeder Refrain hebt ab, und Joakim Brodén klingt, als würde er selbst eine Bedienungsanleitung für Campingkocher noch in eine epische Schlachtrede verwandeln. Pyro, Bühnenpanzer, donnernde Drums, Publikumschöre und eine Band, die genau weiß, wie man Pathos mit Humor verbindet. Sabaton nehmen ihre Show ernst, aber nie so ernst, dass der Spaß darunter leidet.