Als die deutsche Nationalelf 1994 als amtierender Fußball-Weltmeister zur WM in die USA aufbricht, ist die Stimmung im Team sehr gut – die Spieler sind gespannt und freuen sich auf das Turnier, die USA sind zu diesem Zeitpunkt noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch eins ist allen klar: Weltmeister wird man nur, wenn alles perfekt läuft. Doch die Vorbereitung zur WM tut dies schon mal nicht. Sie findet in der Sportschule in Malente statt – dort, wo sich die deutsche Mannschaft u.a. auf die erfolgreiche Heim-WM 1974 vorbereitet hat und wo der viel beschworene „Geist von Malente“ zum WM-Sieg beigetragen haben soll.
Der Druck auf Berti Vogts wird vor Ort in den USA nicht kleiner. Denn Franz Beckenbauer berichtet für den Sender Premiere von der WM, beobachtet die Leistung der Mannschaft und von Vogts so genau wie kritisch – und er ist bekannt dafür, gegenüber Vogts nicht zimperlich zu sein. Noch kurz vor der WM hatte er ihn öffentlich diskreditiert und u.a. als ,Pfeife’ bezeichnet, via BILD Zeitung ließ er sogar verlauten, sich durchaus vorstellen zu können, die Nationalmannschaft wieder zu übernehmen. Beckenbauer hält auch nach wie vor Kontakt zu „seinen Weltmeistern“ im Allgemeinen und Lothar Matthäus im Besonderen.
Um dem zunehmenden Zerfall der Mannschaft entgegenzusteuern, lässt Vogts die Spieler an immer längerer Leine, erlaubt ihnen z.B., noch vor dem Frühstück stundenlang Golf zu spielen, verschiebt dafür sogar das Training. Es fehlt jede Form der klaren Kante und der Fokus auf die gemeinsame Sache. Als insbesondere Bodo Illgner im Spiel seine Leistung nicht bringt, führt dies, auch angesichts der Störmanöver seiner Frau Bianca, zu Fragen. Doch Berti Vogts hält trotz der Differenzen an seinem Torwart fest – die Beziehung zu seinem früheren Vertrauten kühlt jedoch merklich ab. Und auch der Konflikt zwischen Vogts und Matthäus spitzt sich zu.
Im Viertelfinale wartet mit Bulgarien ein scheinbarer Underdog auf die deutsche Mannschaft – die von einem Sieg überzeugt ist und im Kopf schon im Halbfinale gegen Italien antritt. Doch es kommt anders: Nach einer 1:0- Führung wendet sich das Blatt und Bulgarien gewinnt sensationell mit 2:1. Verloren. Ausgeschieden. Die Mannschaft am Boden. Direkt nach der Niederlage tritt Bodo Illgner zurück, er will nicht mehr unter Trainer Vogts spielen. Die Medien fallen über Vogts her, identifizieren in ihm den Schuldigen – so will auch er zurücktreten. In der Stunde der Einsamkeit meldet sich jedoch Bundeskanzler Kohl, der Hohn und Spott aus eigener Erfahrung kennt, und überredet ihn, nicht aufzugeben.